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Antifa Freiburg
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Kein Vergeben, kein Vergessen
Donnerstag, 22.02.2007

Die Seite der Antifa Freiburg wird nicht mehr aktualisiert, aber sie wird weiter als Archiv online bleiben. Die einzigen Archive der Bewegung hat die Bewegung selbst hervorgebracht. Aber es geht immer weiter...
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Materialien zu „Thor Steinar“

Es ist dringend notwendig, über das Thema „Thor Steinar“ und allgemein über Nazisymbole zu informieren. Aus diesem Grund haben wir diese Presseübersicht zusammengestellt.

Besucht auch die Stop Thor Steinar-Kampagne.

2007

05.02.07Alte Geschäfte im neuen Ladentaz
05.02.07NPD versteckt sich vor ihren GegnernBerliner Zeitung
04.02.07„David statt Goaliat“ - Plakate klären aufWestdeutsche Allgemeine Zeitung
01.02.07Was macht eigentlich der Faschismus?Die Welt
29.01.07Werder: Runder Tisch mit Nazistaz
27.01.07Resolution und Vortrag zu NeonazisMärkische Allgemeine
26.01.07David vs. GoaliatIndymedia
24.01.07David statt »Goaliat«junge Welt
23.01.07Vereine verhalten sich oft passivNeues Deutschland
15.01.07Aktiv für die DemokratieDer Tagesspiegel
11.01.07Polizei meldet Blitzer nicht mehrDer Tagesspiegel
11.01.07Bewährungsstrafen nach Schändung des Frankfurter Synagogensteins verhängte110
11.01.07Erst Gedenksteinschändung, dann ProvokationLausitzer Rundschau
11.01.07Harte Strafen für Dumm-NazisBerliner Kurier
09.01.07Zugetreten - weil sie anders dachtenBerliner Zeitung
09.01.07Protest gegen Thor-Steinar-Werbung im Radio: Vize-Chef der Stiftung tritt zurück / Keine Blitzermeldungen mehr von der PolizeiMärkische Allgemeine
08.01.07Mit Schlägen und StahlkappenDer Tagesspiegel
04.01.07Die wahre FeigheitAntifaschistische Linke Potsdam
03.01.07Hersteller von Neonazi-Outfit sponsert VerkehrsfunkFrankfurter Rundschau

2006

30.12.06Textilfreie Zonetaz
30.12.06Landrat unterstützt Boykott-AufrufBerliner Zeitung
25.12.06Der Weihnachtsmann gegen Coca ColaLinke Zeitung
24.12.06Weihnachtsschmuck für Thor Steinar-LadenIndymedia
23.12.06Runenlogo: Kritik an Sender KWBerliner Morgenpost
23.12.06Radio-Chefin: Landrat ist feigeMärkische Allgemeine
23.12.06Radio macht Geschäfte mit Modelabel der rechten SzeneDer Tagesspiegel
21.12.06Noch mehr „Thor Steinar“ ...Indymedia
21.12.06Wir distanzieren unstaz
21.12.06Noch mehr „Thor Steinar“Märkische Allgemeine
20.12.06»Sie liebt das feste Gewebe«Jungle World
20.12.06Thor Steinar und kein EndeIndymedia
16.12.06Immer schön rechts fahrentaz
15.12.06Streit um ModemarkeMärkische Allgemeine
15.12.06„Freund und Helfer“Märkische Allgemeine
12.12.06Kein Raum für Nazis!Indymedia
08.12.06Thor Steinar Laden in Dresden eröffnet & gesmashedAntifa Dresden
06.12.06Der kleine HorrorladenJungle World
04.12.06Thor Steinar - eine Exkursion in die Modewelt der extremen Rechten...Inforiot
28.11.06HOLGER PAULER über Proteste gegen einen extrem rechten Laden in Bochumtaz
21.11.06„Thor Steinar“-Laden ist raus aus dem Rostocker Hof!SAV - Sozialistische Alternative
21.11.06Deutlich mehr rechtsextreme Vorfälle an SchulenMitteldeutsche Zeitung
16.11.06Falsche Antworten auf gesellschaftliche HerausforderungenTorgauer Zeitung
12.11.06„Thor Steinar“-Laden in Bochum / die 2.Indymedia
11.11.06Ob das mit rechten Dingen zugehtWestfälische Rundschau
08.11.06Hausdurchsuchung in BitterfeldIndymedia
04.11.06Bleibt die Gesinnung im Kleiderschrank?Neues Deutschland
03.11.06Tief im OstenDer Standard
03.11.06Hertha BSC setzt Zeichen gegen rechtsoffside.at
03.11.06Verschärfte Maßnahmentaz
25.10.06Bochum: Fashion für die FaschosIndymedia
19.10.06„Rassisten werfen wir raus“Tagesspiegel
18.10.06Kein Thor Steinar mehr in ZittauIndymedia
15.10.06Geisterspiel scheidet die GeisterMitteldeutsche Zeitung
12.10.06Angriff auf NaziladenIndymedia
12.10.06Thor Steinar in Zittau stoppenIndymedia
11.10.06Ladenschluss jetzt!Jungle World
10.10.06Chemnitz: Nazis haben StressIndymedia
06.10.06Zittauer Sportgeschäft verkauft Thor SteinarIndymedia
04.10.06Kein Problem mit Naziklamotten?Recherchegruppe Potsdam
02.10.06„Sohn mit dunkler Haut gejagt“Märkische Allgemeine
30.09.06Nun auch „Thor Steinar“ in BernauInforiot
29.09.06Auch die Neonazis lassen in Asien nähenMärkische Allgemeine
16.09.06„Thor Steinar ist eindeutig rechter Lifestyle“Spiegel Online
07.09.06THOR STEINAR laden in Coburg eröffnetIndymedia
01.09.06Bericht zu „Schöner Leben Ohne Naziläden“ am 14.10. ChemnitzIndymedia
26.08.06Bielefeld: Kundgebung gegen rechten LifestyleIndymedia
25.08.06Mann aus Kamerun bei Übergriff verletztDie Welt
10.08.06Die neue Hakenkreuz-ModeFAZ
10.08.06Die geheimen Codes der NeonazisFocus Online
07.08.06Neue Kleidung, altes WeltbildSpiegel Online
07.08.06Hasslieder für den NachwuchsDresdner Neueste Nachrichten
03.08.06LKA-Chef Hüttemann zu Logos von RechtsextremistenMagdeburger Volksstimme
09.07.06Aktionsreihe gegen Naziladen startetIndymedia
20.05.06Nazi Laden in Gross-Umstadt 2Indymedia
04.05.06Nazi Laden in Gross-UmstadtIndymedia
26.04.06Nazi-Symbole bei „Thor Steinar“taz
25.04.06Modemarke „Thor Steinar“ verwendet neonazistisch geprägte BildmarkeAIB
31.03.06Rechter SchickBlick nach Rechts
31.03.06Neonazis in neuen KleidernSchweriner Volkszeitung
06.03.06Thor-Steinar-Urteil des OberlandesgerichtsIndymedia
05.03.06Thor Steinar - mehr als nur ein Intermezzo?Telepolis
02.03.06Hersteller-Firma will SchadenersatzBerliner Zeitung
02.03.06Recht, Rechte und RunenBerliner Zeitung
01.03.06In Berlin ist Thor Steinar doch verbotenIndymedia
01.03.06„Thor-Steinar”-Kleidung ist strafbarmeinberlin.de
01.03.06„Thor Steinar“ verbotenMärkische Allgemeine
01.03.06Tragen rechter Kultkleidung der Marke "Thor Steinar" strafbarBerliner Morgenpost
01.03.06Runenlogo auf dem Pulli ist strafbarTagesspiegel
01.03.06Extreme Mode wird bestrafttaz
01.03.06Unnützer Kampf gegen Symboletaz
23.02.06Was verbirgt sich hinter dem Markennamen „Thor Steinar“?Güstrower Anzeiger
30.01.0630.01. Weimar - Kundgebung gegen NaziladenIndymedia

2005

31.12.05Schnee und Sonnetaz
30.12.05Neonazis machen mehr Windtaz
23.12.05Lichtstrahl in den Code-Dschungel der Neonazi-SzeneTelepolis
23.12.05Erfurt: Weihnachtsgeschenk für NaziausstatterIndymedia
21.12.05„We will rock you“ in Berlin-RudowIndymedia
20.12.05Antisemitismus im „Doorbreaker“ in MarzahnIndymedia
14.12.05Finanzspritze durch Neonazilädenjunge Welt
11.12.05„Thor Steinar“ im KaDeWeIndymedia
09.12.05Naziladen in Berlins größtem EinkaufscenterIndymedia
30.11.05Der rechte Dresscode im Zentrum der Stadttaz
17.11.05Einen schlechten Tag erwischtMärkische Allgemeine
15.11.05We will rock you Demo am 12.11.05 in KWIndymedia
14.11.05THOR STEINAR Urteil, RA,KW, Berlin-Mitte etcIndymedia
31.10.05Übergriff vor Naziladen Talstraße HHIndymedia
30.10.05Linksextreme erpressen LädelibesitzerIndymedia
27.10.05Thor Steinar und Neonazis stinkeninforiot
20.10.05Armee Shop in Karlsruhe geoutetIndymedia
18.10.0516-Jähriger ist seit Überfall blindMagdeburger Volksstimme
14.10.05EditorialAntifa Infoblatt
07.10.05MIG-SHOP in Basel verkauft NaziklamottenRevolutionärer Aufbau Basel
03.10.05Zum Verkauf von einschlägiger Neonazikleidung in ThunIndymedia
28.09.05Wölfe legen sich neue Schafspelze zujunge Welt
15.09.05Thor Steinar fault, Thor Steinar kotztinforiot
15.09.05Thor Steinar: Firma prüft SchadenersatzklageBerliner Morgenpost
14.09.05„Thor Steinar“-Hersteller will SchadenersatzRundfunk Berlin-Brandenburg
14.09.05Freispruch für Thor SteinarDiverse
14.09.05Thor-Steinar-Wolfsangel doch zulässig?Indymedia
13.09.05Thor Steinar-Logo ist nun doch legalMärkische Allgemeine
13.09.05Gericht: „Thor Steinar“-Logo nicht verfassungswidrigRundfunk Berlin-Brandenburg
11.09.05Großdemo in St. PauliAntifa Freiburg
30.08.05Naziladen in St. Pauli dichtmachen!Indymedia
23.08.05Okkupation eines Vereinstaz
20.07.05Postkarten gegen rechte Elitetaz
18.07.05Kleidung sichergestelltMärkische Allgemeine
04.07.05T-Hemden aus rechter Handtaz
28.06.05Naziladen auf St.Pauli dichtmachen!Indymedia
17.06.05Nazi/Armyshop in Chemnitz verschönertIndymedia
10.06.05Linke Jacken-Diebe kamen mit ReizgasBerliner Kurier
30.05.05Weg mit dem Naziladen in Mespelbrunn!Indymedia
21.05.05We will rock you - Demo gegen Naziläden in BerlinAntifa Freiburg
20.05.05Rechter Lifestyle(-laden) in St.pauli !?Indymedia
19.05.05Versteckte Nazi-Symbole im AlltagN24
12.05.05Rechtsextreme Gesinnung als Jugendsünde abgetanMärkische Allgemeine Zeitung
20.04.05Kein Raum für Nazi-ArtikelIndymedia
31.03.05Schule verbietet geheimen DresscodeSpiegel Online
15.03.05Land unterstützt Logo-VerbotMitteldeutsche Zeitung
23.02.05Glasbruch wegen Thor Steinar?Indymedia
08.02.05Antifakampagne gegen „Thor Steinar“ erfolgreichAntifa Freiburg
08.02.95„Thor-Steinar“-Logo bleibt verbotenN24
05.02.05Jugendliche in OstdeutschlandSüddeutsche Zeitung
22.01.05Pop-Nazis machen Modetaz
03.01.05Thor Steinar mit neuem LogoBerliner Zeitung

2004

23.12.04Weitere Verurteilung im Fall „Thor-Steinar“YAHOO! Nachrichten
23.12.04Kein Weihnachtsgeschäft mit Neonazis in HamburgIndymedia
15.12.04Neonazi-CDs beschlagnahmt Märkische Allgemeine
13.12.04Razzia gegen RechtsextremistenBerliner Morgenpost
06.12.04Pullizei-EinsatzBerliner Kurier
27.11.04Schöner leben ohne Naziläden in FreiburgIndymedia
27.11.04Keine Razzia wegen RunenBadische Zeitung
26.11.04Richter verbieten typische Neonazi-KlamottenBadische Zeitung
24.11.04naziklamotten stinken!Antifa Freiburg
24.11.04Deutscher ExportJungle World
23.11.04Polizei geht Nazis an die Wäschetaz
21.11.04„Thor Steinar“ bereitet Schadensersatzklage vorBerliner Zeitung
20.11.04Staatsanwaltschaft nimmt „Nazi-Schick“ ins Visiertagesschau
19.11.04„Thor Steinar“-Klufttaz
18.11.04„Thor Steinar“ ohne SS-Symboletaz
18.11.04Thor Steinar-Waren beschlagnahmtMärkische Allgemeine Zeitung
17.11.04Kleidung mit Runenwappen bleibt verbotenMärkische Allgemeine Zeitung
17.11.04Gerichtsentscheidung Landgericht NeuruppinLandgericht Neuruppin
16.11.04Gericht will bei Rechtsextremen beliebte Marke einziehen lassenLausitzer Rundschau
13.11.04„Thor Steinar“ nimmt Logo vom MarktBerliner Zeitung / Tagesspiegel
12.11.04Rechte „Kult-Marke“ verbotenBerliner Morgenpost
10.11.04Die Zeichen rechter GesinnungMärkische Allgemeine Zeitung
08.11.04Staatsanwalt gegen „Thor Steinar“-BekleidungBerliner Zeitung
31.10.04„Thor Steinar“-Klamotten in Nazi-Laden beschlagnahmtStop Thor Steinar
27.10.04Polizei beschlagnahmt Thor-Steinar-Klamottentaz
09.10.04Strafe für PulloverMärkische Allgemeine Zeitung
05.10.04Noch ein ThorMärkische Allgemeine Zeitung
23.09.04Der braune PopDie Zeit
12.05.04Aneignung von rechtsjungle world

5. Februar 2007 - DruckansichtURL - Top

„Thor Steinar“-Logo bleibt verboten

Das Landgericht Potsdam hat eine Beschwerde der bei Neonazis beliebten Modefirma "Thor Steinar" verworfen. Wie die Staatsanwaltschaft Neuruppin am Dienstag mitteilte, bleibt die Beschlagnahmung von Kleidung mit dem Logo des Unternehmens rechtens.

Die Richter schlossen sich der Auffassung der Staatsanwaltschaft an, wonach das Runen-Logo mit den Kennzeichen ehemaliger NS-Organisationen verwechselt werden kann.

Im vergangenen November hatte bereits das Landgericht Neuruppin die Verwendung des "Thor-Steinar"-Logos für strafbar erachtet.

Inzwischen verwendet die Firma ein anderes Kennzeichen, das strafrechtlich nicht bedenklich ist.


Quelle: N24 vom Dienstag, 8. Februar 2005


Weitere Infos gibt es auf unserer Übersichtsseite zu "Thor Steinar".


12. Februar 2005 - DruckansichtURL - Top

Jugendliche in Ostdeutschland

Verschwimmt alles

Alle reden von der NPD. Aber wenn rechte Parolen die einzigen Perspektiven sind, die junge Menschen haben, dann liegen die Probleme viel tiefer. Ein Besuch in Sachsen. Von Alex Rühle.

Im Regionalexpress von Leipzig nach Chemnitz sitzt ein waschechter Skin - Glatze, Bomberjacke, Springerstiefel - und telefoniert mit seinem Handy. Jedesmal, wenn sich am anderen Ende jemand meldet, sagt er mit brummelnder Bass-Stimme: "Heil!" Er sagt es nicht stramm, sondern gelangweilt und langgezogen, wie "Moorgen" oder "Maahlzeit". Ganz normal eben.

Die acht anderen Fahrgäste inklusive eines Westjournalisten sagen auch beim achten Mal nicht, dass der Hitlergruß gesetzlich verboten sei, sondern schauen nur müde oder verdruckst ins östliche Wintergrau.

Ein paar Tage zuvor. Ein Anruf bei Peter Streubel vom "Netzwerk für Demokratie und Courage". Man suche nach Schuldirektoren, die bereit seien, über rechte Jugendkultur zu sprechen. Streubel lacht: Hmm, das werde schwierig...

Gut, ist verständlich. Wenn man als westdeutscher Journalist sagt, es gehe um Neonazis an den sächsischen Schulen, wird man wahrscheinlich so herzlich empfangen, als behauptete man, der Neffe von Helmut Kohl zu sein und blühende Landschaften im Kofferraum zu haben.

Dann lieber still sein...

Nein, sagt Streubel, das Problem sei ein anderes. "In Sachsen müssen wegen Schülermangels Schulen geschlossen werden. Wenn da jemand zugibt, dass er Probleme mit den Rechten hat, ist seine Schule quasi schon zu." Der Mann hat eine sanfte, freundliche Stimme, Polemik liegt ihm fern. Deshalb hat es etwas überraschend Komisches, wenn er auf die Frage nach Direktoren, die das Problem trotz dieser Gefahr offensiv angehen, nur sagt: "Hmm, da haben wir leider noch keine kennen gelernt."

Probe aufs Exempel: Am heutigen Samstag wird ganz in der Nähe der Chemnitzer "Mittelschule am Flughafen" ein rechter Szene-Laden eröffnet, "PC-Records", und zwar schön nah an der potenziellen Klientel. Die Schule kann natürlich nichts dafür. Aber spricht man darüber mit einer Lehrerin, sagt die sofort, man dürfe auf keinen Fall was auch immer zitieren, schließlich könne das rufschädigend sein. Na dann.

Gehen wir eben woandershin. Besuchen wir Ulrike Schulz an der Unteren-Luisen-Mittelschule. Die Frau sollte man unbedingt mal Peter Streubel vorstellen, falls wieder mal jemand anruft, der auf der Suche ist nach jemandem, der mutig, frisch und witzig sagt, was Sache ist. Auf dem Weg zu ihr muss man nur leider erstmal durch die zugige Innenstadt von Chemnitz.

Verbotenes Trend-Label

Das Gegenteil einer repräsentativen Studie ist eine zufällige Begegnung vor dem Kaufhof von Chemnitz. Und dennoch... Auf die Frage, warum sie denn Thor-Steinar-Jacken trügen, sagt einer der beiden Jungen nur: "Wessi, was?" Ja schon, aber das alte Logo der Jacke sei trotzdem verboten.

Die Firma Mediatex hat in den vergangenen Jahren Freizeitkleidung der Marke Thor Steinar hergestellt. Das Zeug fand reißenden Absatz und wurde innerhalb kürzester Zeit zum Trendlabel. Zum einen, weil es chic aussieht und von guter Qualität ist. Zum anderen betreibt Mediatex ein geschicktes Spiel mit den Insignien der NS-Zeit.

Der Junge schaut auf die ineinander verschobenen Tyr- und Gibor-Runen, Abzeichen der SA-Reichsführerschulen und der SS-Division "Das Reich", die kaum jemand kennt und die dezent an der Jacke angebracht sind. "Ist die verboten!?", fragt er mit gespieltem Entsetzen. Sein Freund verdreht die Augen: "Alter, ist nicht alles nazi, was so ’ne Jacke trägt."

"Sie erkennen es nicht mehr"

Genau darum geht’s. Wenn "Stinos", also stinknormale Jugendliche, Thorshämmer aus Messing tragen, kann das einfach nur ein chices heidnisches Esoterikemblem sein. Wenn man als Jugendlicher bei Germanenwettkämpfen um die Wette Kuhaugen spuckt oder Baumstämme wirft, kann das ebenfalls reiner Zeitvertreib sein. Und Burschenschaften sind doch per se nichts Schlimmes, oder?

"Sie erkennen es nicht mehr", sagt Ulrike Schulz, die seit 1990 Direktorin der Unteren Luisen-Schule ist. "Früher wusste man gleich, der ist rechts. Heute verschwimmt das alles." Einige Rechtsextreme schmücken sich mittlerweile sogar mit Palästinensertüchern und Che-Guevara-Shirts. Wenigstens das ist in der Szene noch umstritten. Ansonsten aber gilt: Hauptsache smart, Hauptsache chic. Es ist ja nur das martialische Skinhead-Outfit, das bei vielen auf Ablehnung stieß, rassistische oder nationalistische Rhetorik ist längst en vogue.

Hilfloser Unsinn

Frau Schulz ist etwas erschöpft, sie muss mal wieder einen Aktionstag vorbereiten. "Was für ein hilfloser Unsinn. Wir machen Aktionstage gegen rechts, Aktionstage fürs Lesen und einen Aktionstag Schulmilch - dabei gibt es nicht mal was Anständiges zu essen an der Schule."

Wie sie den Fahrplan für den diesjährigen Aktionstagsaktionismus runterbetet, erinnert das an die Gedenkkultur der DDR, die ihre Bürger immer neu dazu aufforderte, "zu neuen Menschen" zu werden, ohne dabei die strukturellen Bedingungen für einen wirklichen Wandel zu schaffen. "Wir sind eh schon Sozialpädagogen, Krankenschwestern, Elternersatz und Verwaltungsbeamte. Und wenn was nicht gut läuft, heißt es: Macht mal ein Projekt. Dann sind wir eben auch noch Projektleiter. Das Einzige, was fehlt, ist die Menschenbildung. Gegen das Grundübel nutzt kein Projekttag."

Minderwertigkeitsgefühle

Was ist denn das Grundübel? "Gehen Sie mal in eine unserer Hauptschulklassen. Wer hat da noch einen Vater? Und die spüren doch alle, dass wir hier was produzieren, was keiner draußen will." Soziologen sprechen in dem Zusammenhang von langfristig gewachsenen Minderwertigkeitsgefühlen, fehlender Ich-Stärke, antizipatorischem Hospitalismus, der auf Hilfe von höheren Instanzen wartet. Die beiden Jungen vor dem Kaufhof meinten vielleicht was Ähnliches, als sie enigmatisch sagten: "Ist nur ’ne Jacke. ’Ne Jacke von ’ner Gruppe."

Vielleicht sollte man sich in Sachen Gruppenbildung doch nochmal umschauen im Angebot von "PC-Records", dem Laden, der heute in der Salvador-Allende-Straße 110 eröffnet wird. Hier kann man neben den üblichen CDs von White Resistance, Nahkampf oder Gnadenlos und Walhalla-Gürtelschnallen auch "Ian Stuart - Der Rock-Rebell" kaufen, "die Biografie des wohl größten Rock-Rebellen der nationalen Musikszene". Des nutzt bei denen nischt

Popmusik als Köder

Ian Stuart Donaldson, der 1993 starb, erkannte früher als andere, dass junge Leute über Pop viel besser zu ködern sind als über Veteranen-Geschichten aus Stalingrad. "Eine Gruppe zu hören, die man gut findet, macht viel mehr Spaß als eine politische Versammlung", schrieb er. "Ziel unserer Musik muss es sein, Jugendlichen den Nationalsozialismus näher zu bringen."

So wurde im November ganz in seinem Sinne eine CD mit dem Titel "Anpassung ist Feigheit. Lieder aus dem Untergrund" in einer Auflage von immerhin 250 000 Stück gepresst, die kostenlos an Schulhöfen verteilt werden sollte. Am Ende durfte sie dann aufgrund ihrer Jugendgefährdung unter Strafandrohung nicht vertrieben werden. Allerdings sind etwa 50 000 dieser CDs verschwunden.

Spricht man Ulrike Schulz, die selbst Geschichte unterrichtet, auf den Nationalsozialismus an, sagt sie: "1933 bis 45 - darüber wissen die nichts. Gar nichts." Auch auf der Homepage der Burschenschaft "Theodor Körner zu Chemnitz", die am Humboldt-Gymnasium beheimatet ist, kommen im Abriss über die Geschichte der Stadt diese Jahre nur kursorisch vor: "Auch in Chemnitz hinterließen die innere Zerrissenheit der Weimarer Republik und die Weltwirtschaftskrise ihre Spuren. Den schwersten Schicksalsschlag bedeuteten aber zweifelsohne die Kriegsjahre: 1945 zerstörten alliierte Bomber zwei Drittel der Stadt, sozialistische Bauwut vernichtete danach auch die letzte historische Substanz."

Ungemütliche Referate

Die Burschenschaften seien schwer im Kommen, sagt Petra Zais. Als Mitarbeiterin des Mobilen Beratungsteams Neukirchen berät die Soziologin Vereine, Lehrer, Kommunen in Sachen Demokratie und Rechtsextremismus. Sie sitzt in einem Chemnitzer Café, nikotingeschrubbte Stimme, staubtrockener Humor. "Die Burschenschaften geben Diskurse vor. Und wenn sich ein 15-Jähriger plötzlich wunderbar benimmt und auf politische Themen anspringt, dann freut sich ein Lehrer natürlich erstmal. Erst wenn er dann das erste Referat über die Weisen von Zion und den Bomben-Holocaust hält, wird es ungemütlich."

Zais betreibt demokratische Grundausbildung. "Was Sie von manchen Lehrern zu hören kriegen, das zieht Ihnen die Schuhe aus." Letzthin las sie zu Beginn eines Kurses einige Statements der NPD vor: Abschiebung krimineller Ausländer; Volkstod der Deutschen; 500 Euro für jedes deutsche Kind. "Da hieß es dann: ,Stimmt doch alles. Bin ich jetzt rechtsextrem, Frau Zais?’"

Oder der Mann, der auf meine Frage, warum ein straffälliger Ausländer nicht nach dem Strafgesetzbuch verurteilt werden soll wie ein Deutscher, antwortet: ,Des nutzt bei denen nischt.’" In seiner Langzeitstudie "Deutsche Zustände" kommt der Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer in diesem Jahr zu dem Schluss, 60 Prozent der Deutschen seien xenophob; 2002 waren es 55 Prozent.

Der Anstieg der Feindseligkeit gegenüber Minderheiten geht Heitmeyer zufolge besonders auf Personen zurück, die sich selbst der politischen Mitte zuordnen. "Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Die Zahlen sind bestimmt nicht untertrieben," sagt Zais.

NPD ist nur ein Teil der Probleme

Weshalb sie sich auch so ärgert, dass momentan nur über die NPD geredet werde. "Alles starrt auf die paar Abgeordneten wie das Kaninchen auf die Schlange. Und wendet sich ab von dem, was hier sonst passiert, den Jugendclubs, den Reps, den Burschenschaften. Die Burschenschaften reanimieren die nostalgische Idee des Volkskörpers, die Tradition der abgegrenzten Gemeinschaft. Da gibt es eine direkte Linie von der DDR hin zu diesem rechten Gemeinschaftskult."

Die Rechte hat, so scheint es, in den neunziger Jahren ihren Gramsci gelesen. Nicht gewaltsam den Staat stürzen, sondern erstmal die kulturelle Hegemonie erlangen. Einen langsamen Wertewandel durch Bürgernähe erzeugen. Ist doch schön, wenn hier einer das Jugendheim renoviert. Und was ist gegen Vereine mit so schmucken Titeln wie "Ja zu Brandenburg", "Schöner wohnen in Ueckermünde" oder die "Bürgerbewegung pro Köln" zu sagen?

Wenn die da oben in Berlin sich nicht mehr kümmern, dann nehmen sich eben deutschlandweit engagierte Mitmenschen der Probleme ihrer Nachbarn an. Leben Sie, wir kümmern uns um die Details. Um Asylbewerberheime und die Zukunft unseres Landes. Oder in den Worten der "Bürgerbewegung pro Köln", die es mit folgendem Programm immerhin in den Stadtrat gebracht hat: "Nicht länger unterstützt werden verfassungsfeindliche Extremisten, Schwulen- und Lesbengruppen sowie obskure Multi-Kulti-Projekte von Alt-68-ern." Wie gesagt, all das sind Details, die aber sicher bald deutschlandweit in den Griff zu bekommen sind.


Quelle: Süddeutsche Zeitung vom Samstag, 5. Februar 2005


Weitere Infos gibt es auf unserer Übersichtsseite zu "Thor Steinar".


6. Februar 2005 - DruckansichtURL - Top

Pop-Nazis machen Mode

Die rechte Szene ist im Wandel: Dies geht so weit, dass sich beim Outfit immer mehr Rechtsextreme mit traditionell als links geltenden Accessoires wie Palästinenser-Tüchern oder Che-Guevara-Shirts schmücken. Modemarken wie Mediatex mit Thor-Steinar-Logos machen in Berlin dabei Geschäfte

VON JOHANNES RADKE

Die Polizeibeamten waren ziemlich überrascht, als die etwa 30 schwarz gekleideten Jugendlichen mit roten Fahnen an der Spitze der gut geschützten Neonazi-Demonstration auftauchten. Um Konfrontationen zwischen den Rechten und den vermeintlich linken Gegendemonstranten zu verhindern, versuchte die Polizei, die Gruppierungen zu trennen. Das hätten sie nicht zu tun brauchen, bei der kleinen Gruppe handelte es sich ebenfalls um Neonazis - wie sich später herausstellte.

Während die Szene vor gut einem Jahr - während eines rechten Aufmarsches in Berlin-Treptow - noch zu Irritationen führte, überraschen solche Situationen die Polizei nicht mehr. In Berlin sowie bundesweit schmücken sich immer mehr Rechtsextreme mit als links geltenden Accessoires wie Palästinenser-Tüchern oder Che-Guevara-Shirts.

Dabei machen sich die Nazis besonders antiamerikanische und antisemitische Strömungen innerhalb der Linken zunutze. Deren Symbole werden dabei aus ihrem ursprünglichen Kontext gerissen, vereinnahmt und im Sinne der rechten Ideologie umgedeutet - als Provokation und gleichzeitig als Teil einer rechten Querfront-Strategie.

Diese Übernahme der linken Symbolik ist aber in der Nazi-Szene umstritten. Zugleich hat sich bei jungen Neonazis ein neuer Modetrend durchgesetzt. "Der Trend geht hin zum modischen Outfit und Style, was aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass sich da ideologisch nicht viel geändert hat", meint Falco Schuhmann vom "Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin" (apabiz). Das Image vom typischen rechten Skinhead stimme schon lange nicht mehr mit der Realität überein. Sind Nazis Pop?

Seine Wurzeln findet dieser Trend in Berlin. Eines der Unternehmen für rechte Modetrends ist die Firma Mediatex von Axel Kopelke und Uwe Meusel in Königs Wusterhausen. Zwar wurde kürzlich das Logo der Mediatex-Marke "Thor Steinar" aufgrund der zweideutigen Runen-Symbolik verboten. Doch die Mediatex GmbH hat eine neue Kollektion mit verändertem Logo auf den Markt gebracht (die taz berichtete). Mit Erfolg.

Ebenfalls in Berlin ansässig ist die rechte Modemarke "Rizist". Daneben existieren viele Läden, die diese Produkte verkaufen: Ha-Ra-Kiri, On the Streets, Nordic Thunder, Kategorie C und Doorbreaker. Die Umsätze in den Geschäften folgen diesem Trend. Nach Informationen von Insidern wurden 2003 in zwei Dezember-Wochen für knapp 45.000 Euro Thor-Steinar-Klamotten verkauft. Anfang 2005 wurden Material-Importe im Wert von 92.000 Euro getätigt.

Der Run auf das "Thor Steinar"-Logo ist zugleich ein Indiz, dass aus der Nazi-Szene sich längst eine einflussreiche Jugendbewegung herausgebildet hat. "Die Tatsache, dass rund 20 Prozent der jugendlichen Erstwähler die NPD gewählt haben, ist doch ein Alarmzeichen", sagt Hajo Funke, Politikwissenschaftler und Rechtsextremismus-Experte an der Freien Universität (FU). Indem sich die extreme Rechte zugleich offen, modisch und ungefährlich gebe, falle es viel leichter, öffentlich aufzutreten und sich als ernst zu nehmender Diskussionspartner darzustellen. Funke sieht im neuen Nazi-Outfit-Image auch ein strategisches Vorgehen, nämlich "die völkische nationalsozialistische Gesinnung in die Öffentlichkeit zu bringen".

Die jüngsten Beispiele geben ihm Recht: Ob auf Friedensdemonstrationen oder gegen Hartz IV, überall treten in letzter Zeit Neonazis mit neuer Kleidung und neuem Selbstbewusstsein in Erscheinung. Die Wahlerfolge in Sachsen und Brandenburg geben ihnen zusätzlich das Gefühl, breitere Bevölkerungsschichten hinter sich stehen zu haben. Ein Problem, das auch Schuhmann sieht: "Mit bestimmten ideologischen Einstellungsmustern wie Antisemitismus, Rassismus oder Nationalismus sind die Nazis noch nie überall angeeckt. Nur dieses martialische Skinhead-Outfit stieß immer auf Ablehnung."

So stellt sich die Frage, wie zukünftig neue Strategien für ein Engagement gegen rechts samt neuem Modetrend aussehen müssen. Funke setzt dabei auf Überzeugungsarbeit und eine frühzeitige "kommunikative Konfrontation" von rechtsorientierten Jugendlichen. "Mit Nazis diskutieren wird zu nichts führen", meint dagegen Schuhmann, der auch ein "Kleiderverbot" à la Thor Steiner ablehnt. Er schlägt stattdessen eine andere Strategie vor, nämlich eine nichtrechte Jugendbewegung wieder zu stärken. Damit könne man die Attraktivität der Nazis und ihrer Accessoires bei den Jugendlichen nehmen und deren "Hegemonie in der Jugendkultur" zurückdrängen.


Quelle: taz vom Samstag, 22. Januar 2005


Weitere Infos gibt es auf unserer Übersichtsseite zu "Thor Steinar".


31. Januar 2005 - DruckansichtURL - Top

Thor Steinar mit neuem Logo

Anwalt der umstrittenen Firma um Entspannung bemüht

ZEESEN. Die Firma Mediatex lässt das verbotene Runenlogo ihrer Bekleidungsmarke Thor Steinar nun mit einem anderen Symbol übernähen. "Dabei wird das alte Logo zerstört", teilte Mediatex-Anwalt Markus Roscher am Montag mit. Dies sei auch mit der Staatsanwaltschaft Neuruppin abgesprochen. "Das neue Logo ähnelt dem Andreaskreuz, dem Kreuz an der Bahnschranke", so Anwalt Roscher. Die Neuruppiner Staatsanwaltschaft hatte das bisherige Runenlogo der von Rechtsradikalen bevorzugten Bekleidungsmarke verboten, weil es NS-Symbolen zum Verwechseln ähnlich sei. "Das neue Logo ist nun von der Staatsanwaltschaft begutachtet und nicht beanstandet worden", sagte Roscher. Er bemühe sich um eine Deeskalation mit der Staatsanwaltschaft, deshalb werde er vorerst auch keine Schadensersatzklage für die Firma Mediatex stellen. Bei Durchsuchungsaktionen waren mehrfach Textilien mit dem Runenlogo sichergestellt worden.

Die Jacken und Pullover der Marke Thor Steinar werden übrigens in der Türkei hergestellt. (mak.)


Quelle: Berliner Zeitung vom Dienstag, 4. Januar 2005


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5. Januar 2005 - DruckansichtURL - Top

Weitere Verurteilung im Fall «Thor-Steinar»

Neuruppin (ddp-lbg). Das Amtsgericht Neuruppin hat einen 23-jährigen Garten- und Landschaftsbauer wegen Verwendens von Kennzeichen ehemaliger nationalsozialistischer Organisationen zu 4 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Das Verfahren sei auf Antrag der Staatsanwaltschaft Neuruppin geführt worden, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Die Vollstreckung der Strafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt.

Der Verurteilte war den Angaben zufolge am 26. Oktober in Neuruppin mit einer Kapuzenjacke der Marke «Thor-Steinar» unterwegs. Das Tragen des Logos dieser Marke ist strafbar. Es handelt sich um den Straftatbestand des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen oder von solchen, die diesen zum Verwechseln ähnlich sind. Bei dem Logo der Marke sind zwei Runen so miteinander kombiniert, dass sie für Eingeweihte die Doppel-Sig-Rune der ehemaligen Waffen-SS zeigen.

Wie die Hauptverhandlungen ergeben hat, wusste der junge Mann, dass das Logo verboten ist. Ihm war auch bekannt, dass bei seinen Freunden bereits Bekleidung dieser Art von der Polizei beschlagnahmt worden war. Der Verurteilte ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft «nicht unerheblich vorbelastet». Er sei insbesondere wegen so genannter politisch motivierter Kriminalität bekannt.


Quelle: YAHOO! Nachrichten vom Donnerstag, 23. Dezember 2004


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27. Dezember 2004 - DruckansichtURL - Top

Neonazi-CDs beschlagnahmt

Einsatz der Berliner Polizei in Hennigsdorfer Geschäft

HENNIGSDORF Die Berliner Polizei durchsuchte gestern Nachmittag die Verkaufsräume eines Geschäfts in der Hennigsdorfer Hauptstraße. Die Aktion richtete sich gegen den Vertrieb verbotener Neonazi-CDs. Die Beamten beschlagnahmten drei Umzugskartons voller CDs und Kleidungsstücke der verbotenen Marke "Thor Steinar".

Die Berliner Behörden ermitteln im Zusammenhang mit dem Straftatbestand der Volksverhetzung im Umfeld der Neonazi-Band "Spreegeschwader", teilte ein Sprecher der Berliner Polizei gestern mit. Die Spur führte auch nach Hennigsdorf.

In der Hauptstraße 27, in einem Backsteinbau schräg gegenüber vom historischen Rathaus, existiert seit einigen Jahren das Geschäft "On the Streets", ein in der Stadt bekannter Treffpunkt der rechtsextremen Szene. Zu kaufen gibt es dort Bekleidung mit rechtsradikaler Symbolik und einschlägige Musik-CDs. Bis vor wenigen Tagen prangte an der Ladentür noch die Reklame für das inzwischen verbotene "Thor-Steinar"-Label.

Die von der Firma Mediatex GmbH in Zeesen (Dahme-Spreewald) produzierten Sachen tragen ein Runen-Wappen, in dem Eingeweihte die Doppel-Sig-Rune der SS erkennen.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte es polizeiliche Durchsuchungen in dem Laden gegeben. Auch diesmal wurden die Beamten fündig. Beschlagnahmt wurden T-Shirts mit dem verbotenen Logo sowie ein ganzer Karton mit der CD "White Covers to Landser". Mit Liedern von Neonazi-Bands wie "Spreegeschwader" und "Deutsch Stolz Treu", deren Texte als volksverhetzend eingestuft sind.

Die gestrige Polizeiaktion erstreckte sich über drei Bundesländer. An insgesamt 14 Orten waren Polizeibeamte im Einsatz. In Berlin-Wedding wurden die Probenräume der Gruppe "Spreegeschwader" durchsucht, teilte die Polizei mit. Außerhalb von Berlin hatten die Beamten nur Hennigsdorf sowie einen Ort in Sachsen-Anhalt im Visier. ub


Quelle: Märkische Allgemeine vom Mittwoch, 15. Dezember 2004


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20. Dezember 2004 - DruckansichtURL - Top

Razzia gegen Rechtsextremisten

Polizei beschlagnahmt Propagandamittel und leitet 13 Strafverfahren ein

Großeinsatz gegen die rechtsextremistische Szene: Die Polizei stieß in der Nacht zu gestern bei der Überprüfung eines Lokals an der Schnellerstraße in Treptow auf 64 Mitglieder verschiedener rechtsextremistischer Organisationen. Sie hatten dort gefeiert. Grund der Lokalüberprüfung war eigentlich der Verdacht des nicht genehmigten Getränkeausschanks gewesen.

Mehr als 130 Polizisten stellten schließlich die Personalien der Gäste sicher. Sie sind in Gruppierungen wie "Berliner Alternative Süd-Ost", "Kameradschaft Tor", "Mädelgruppe Tor" und "Märkischer Heimschutzbund" organisiert. Der Verfassungsschutz hatte in den vergangenen Wochen über Erkenntnisse berichtet, wonach die rechtsextremistischen Organisationen inzwischen enger miteinander vernetzt seien als in der Vergangenheit. Nach der Razzia leitete die Polizei 13 Strafverfahren ein. Die meisten betreffen das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, weil einige Rechtsextremisten Kleidung mit dem verbotenen Label der Firma "Thor Steinar" trugen. Dieses sieht nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nationalsozialistischen Symbolen zum Verwechseln ähnlich.

Zudem beschlagnahmte die Polizei zahlreiche Papiere und eine CD mit rechtsextremistischem Inhalt. Auf mehreren Blättern hatten sich Hakenkreuze befunden. Die Polizei sprach anschließend gegen 62 Gäste Platzverweise aus. Das Lokal wurde gegen Mitternacht wegen des nicht genehmigten Ausschanks von Getränken geschlossen.

banjo


Quelle: Berliner Morgenpost vom Montag, 13. Dezember 2004


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13. Dezember 2004 - DruckansichtURL - Top

Pullizei-Einsatz

RAZZIA

110 Beamte statteten Disco (139 Tänzer) einen Besuch ab. Zwei Jungs trugen verbotene Runen-Kleidung. Dafür gab’s dann eine Anzeige.

Mitte - Sky-Club, die Dritte! 110 Polizisten stürmten nachts den angesagten Techno-Tempel (Dirksenstraße). Wieder Mal. Diesmal ging es nicht nur um Drogen, sondern auch um den Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz und um verbotene Kleidung.

Einsatz um 2 Uhr. 139 junge Frauen und Männer tummelten sich zu heißen Techno-Beats auf der Tanzfläche. Die Ausweise bitte, hieß es für die Party-Gäste! Männer in Grün riegelten den Club ab, kontrollierten die Personalien. Mädchen, die zu jung waren, wurden hinaus gebeten. Auch für zwei Herren, die Kleidung des angesagten Rechten-Labels "Thor Steinar" mit verbotenen Runen-Aufdruck zur Schau trugen, war die Party vorbei. Sie bekamen eine Anzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.


Quelle: Berliner Kurier vom Montag, 6. Dezember 2004


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6. Dezember 2004 - DruckansichtURL - Top

Polizei geht Neonazis an die Wäsche

Kleidungsstücke der Marke ’’Thor’’ Steinar sind jetzt in Berlin verboten. Damit schmückten sich Nazis gern. Aber die Polizei beschlagnahmt die Klamotten.

von Plutonia Plarre

Das Firmenlogo von Thor Steinar ist diskret gehalten, wie es sich für Designerware gehört. Es besteht aus zwei altgermanischen Runen, die miteinander verschränkt sind: Die nach einem nordischen Kriegsgott benannte Tyr-Rune war unter Adolf Hitler im Abzeichen der Reichsführerschulen zu sehen. Die Gibor-Rune war das Erkennungszeichen der Nazi-Werwolf-Einheiten. Klamotten von Thor Steinar werden mit Vorliebe von Neonazis getragen. Weil die Bedeutung des Logos nur Insidern bekannt ist, konnten man sich damit bislang gefahrlos in aller Öffentlichkeit zeigen. Doch diese Zeiten sind nun vorbei.

Am vergangenen Freitag hat der für die Verfolgung von politischen Delikten zuständige Oberstaatsanwalt Jürgen Heinke verfügt, dass das Thor-Steinar-Logo in Berlin fortan als "strafrechtlich relevant" anzusehen ist und deshalb verfolgt wird. Mit dieser Entscheidung ist Berlin dem Bespiel Brandenburgs gefolgt. Dort droht Trägern von Thor-Steinar-Kleidungsstücken seit mehreren Wochen eine Strafanzeige wegen Verwendens von verfassungsfeindlichen Symbolen.

Heinkes Unterschrift auf der Verfügung war kaum getrocknet, da zeigte die Entscheidung in Berlin schon Wirkung: Weit über zehnmal ist die Polizei am vergangenen Wochenende in Sachen Thor-Steinar-Klamotten tätig geworden. Am Sonntag beim Fußballspiel Türkiyemspor gegen den BFC Dynamo wurden die Beamten ebenso fündig wie Samstagnacht im Anschluss an die Demonstration der Neonazi-Kameradschaft "Baso" in Lichtenberg. In der Mehrzahl der Fälle wurden die Kleidungstücke beschlagnahmt. Im Klartext: Die Polizei veranlasste die Rechtsradikalen, die Hemden, Pullover und Mützen mit dem Logo auszuziehen. In einem Fall, in dem das Logo auf einer Hose prangte, wurde dem Besitzer erlaubt, diese anzubehalten, nachdem er die Rune vor den Augen der Beamten rausgeschnitten hatte.

Dieser Vorfall hatte sich Samstagnacht Unter den Linden ereignet. Sieben Männer und zwei Frauen waren Passanten aufgefallen, weil sie rechtsradikale Parolen gebrüllt hatten. Beim Eintreffen der Beamten habe ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Dahme-Spreewald den Hitlergruß gezeigt, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei zu dem Vorfall. Damit nicht genug, klingelte während der Personalienüberprüfung auch noch das Handy des Mannes. "Als Klingelton war eine Rede Adolf Hitlers mit den Abschlussworten ,Sieg Heil’ so laut zu hören, dass sich anwesende Passanten verwundert umdrehten", so die Polizei.

Möglicherweise werden die meisten Verfahren eingestellt, weil die Einstufung des Thor-Steinar-Logos als strafrechtlich relevant in der Szene am Wochenende noch nicht bekannt war. Dass der Besitzer des besagten Handys zu den Glücklichen gehört, kann sich Oberstaatsanwalt Heinke allerdings kaum vorstellen.


Quelle: taz vom Dienstag, 23. November 2004


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25. November 2004 - DruckansichtURL - Top
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