Keine Räumung der Straßenpunx!
Communiqué vom 04.07.06
Seit Jahren werden die Freiburger Straßenpunx immer wieder von der Stadt
geräumt und vertrieben. Ansätze von selbstorganisiertem Leben wurden
wiederholt unterdrückt und die wohnungslosen Menschen stattdessen in
Baracken
gepfercht, die sie auch noch teuer bezahlen mussten. Die wenigen
persönlichen
Habseligkeiten der Straßenpunx wurden schon mehrmals im Auftrag der
Stadt auf
den Müll geworfen und ihre Wägen demoliert. Selbst von ihren Schlafplätzen unter Freiburger Brücken wurden sie verjagt. Nach einer
Nacht im Freien im Februar 2004 starb „Flower“ an einer Lungenentzündung.
Die Stadt ist verantwortlich für die von ihr geschaffene absurde Situation,
dass den Straßenpunx der Zuzug auf den Wagenplatz Eselswinkel untersagt
wird,
während die Schattenparker gegen ihren und den Willen der bisherigen
BewohnerInnen des Eselswinkels zum Umzug auf den dafür viel zu kleinen
Platz gezwungen werden sollen. Wieder einmal will sich die Stadt
Freiburg über den Willen der Betroffenen hinwegsetzen und eine
konstruktive
Lösung eines jahrelangen Problems verhindern.
Statt mit menschlicher Politik die Lebenssituation der BewohnerInnen
zu
verbessern, verschanzt sich die Stadtverwaltung hinter einer zynischen
Verweigerungshaltung. Der Freiburger Straßenschule wurde das
Winterquartier
der Straßenpunx von der Stadtverwaltung zum 30. Juni wie jedes Jahr
gekündigt. Trotz der klaren Ansage, dass die Stadt nicht gewillt sei den
Vertrag zu verlängern, erdreistet sich die persönliche Referentin des OBs
zu
behaupten: „Eine Gefahr der drohenden Obdachlosigkeit sehen wir nicht.“
Als Reaktion auf die Kündigung haben die Straßenpunx am 30. Juni ein
Gelände
neben dem Wagenplatz Eselswinkel bezogen. Sie erfahren viel Solidarität
auf
ihrem neuen Platz und haben seit Jahren das erste Mal das Gefühl, an
einem Ort
zu leben, an dem sie willkommen sind. Die unsägliche Verdrängungspolitik
muss
jetzt ein Ende haben!
Antifa Freiburg
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